»KLOZ«
Auszeichnung für Masterstudierende
für den Werkraum
der Bohland Design Stiftung
Ein industriell geprägter Ort, ein klar gesetzter Name und eine Vielzahl überzeugender Konzepte: Studierende des Masters Exploring Uncertainties haben sich intensiv mit der Transformation eines ehemaligen Fabrikgebäudes in der Mainzer Rheinallee auseinandergesetzt. In enger Zusammenarbeit mit der Bohland Design Stiftung entstand die Vision eines neuen Zentrums für Gestaltung – künftig unter dem Namen Kloz.
Ausgangspunkt war ein Gebäude mit Geschichte und großem räumlichen Potenzial, das lange ungenutzt blieb. Die besondere Qualität des Projekts lag in seiner realen Ausgangssituation: Statt hypothetischer Szenarien standen konkrete Anforderungen im Fokus – räumlich, funktional und kommunikativ. Ziel war es, tragfähige Perspektiven zu entwickeln, die über den Entwurf hinaus Bestand haben können.
Die Zusammenarbeit zwischen Innenarchitektur und Kommunikationsdesign ermöglichte dabei unterschiedliche, sich ergänzende Blickwinkel. Während sich die Innenarchitektur mit räumlichen Strukturen, Nutzungsszenarien und der Aktivierung des Bestands beschäftigte, entwickelten die Studierenden des Kommunikationsdesigns eigenständige Marken- und Erscheinungsbilder für Stiftung und Ort.
Die entworfenen Konzepte zeigen ein breites Spektrum möglicher Nutzungen: Im Zentrum steht die Idee eines offenen Makerspaces, der Werkstätten, Co-Working-Angebote und Veranstaltungsflächen miteinander verbindet. Der Ort wird als Plattform gedacht – für Produktion, Austausch und Öffentlichkeit gleichermaßen. Entscheidend war dabei nicht nur die gestalterische Qualität, sondern auch die Frage, wie ein solcher Ort langfristig funktionieren, genutzt und getragen werden kann.
Im Kommunikationsdesign wurden insbesondere die Arbeiten von Madlen Hierold und Tabea Schäffer ausgezeichnet. Ihr Entwurf überzeugt durch eine klare strategische Setzung: Mit Kloz entwickelten sie einen Namen und ein Erscheinungsbild, das Einfachheit, Zugänglichkeit und Eigenständigkeit verbindet. Die bewusste Reduktion schafft Wiedererkennbarkeit und verankert den Ort prägnant im städtischen Kontext.
Ergänzend dazu wurden drei weitere zweite Preise vergeben, die zusätzliche konzeptionelle Ansätze würdigen und die Bandbreite der entwickelten Lösungen sichtbar machen.
Auch in der Innenarchitektur wurden herausragende Arbeiten prämiert. Isabella Staudt und Luisa Attermeyer erhielten den ersten Preis für ihre Entwürfe, die den Makerspace-Gedanken räumlich präzise übersetzen und auf die spezifischen Bedingungen des Gebäudes reagieren. Ihre Konzepte zeigen, wie sich vorhandene Strukturen aktivieren und in einen lebendigen Nutzungskontext überführen lassen.
Das Projekt ist bewusst auf Weiterentwicklung angelegt: Die Stiftung plant, ausgewählte Arbeiten in die Umsetzung zu überführen und damit den nächsten Schritt vom Konzept zur Realität zu gehen. Für die beteiligten Studierenden eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, ihre Entwürfe nicht nur theoretisch zu entwickeln, sondern aktiv an ihrer Realisierung mitzuwirken. So wird aus einer ehemaligen Werkhalle schrittweise ein Ort für Gestaltung, Austausch und Produktion – und aus einem Studienprojekt ein konkreter Ausgangspunkt für berufliche Praxis.
1. Platz
Madlen Hierold & Tabea Schäffer
Prämierte Arbeiten
Arina Kishmishyan & Sepideh Zehtab
Marvin Moser & Timo Wehrmeijer
Ahsen Aydemir & Henry Steffen
Betreuung
Prof. Philipp Pape
Prof. Anna-Lisa Schönecker
Prof. Bernd Benninghoff
Text: Neli Mihaylova
© Gestaltung: Hierold / Schäffer
© Fotos: Jan Vornholt, Hierold / Schäffer
