MAINZ – Da hätte Johannes Gutenberg gestaunt – und sich wohl sehr gefreut: Das Forschungsprojekt der Mainzer Fachhochschule (FH) »Hands on – B42-Bibel« macht digitales Blättern in seiner über 560 Jahre alten Bibel möglich. In einem Kooperationsprojekt mit dem Gutenberg-Museum tüfteln seit 2012 Professoren und Studierende des Studiengangs »Kommunikationsdesign« und der »Innenarchitektur« an diesem technischen Traum – ihr Pilot-Projekt stellten sie nun der Kulturdezernentin Marianne Grosse vor: Einen Multitouch-Tisch, auf dem das »Buch der Bücher« interaktiv entdeckt werden kann.
Bisher begrenzter Zugang: Zwar ist dieser Prototyp der Öffentlichkeit bislang noch nicht zugänglich. Doch wenn die weitere Finanzierung des Projekts gesichert ist, soll der eigentliche, größere Multitouch-Tisch bis 2020 im Gutenberg-Museum stehen. »Der Prototyp vielleicht auch früher«, sagte Professor Holger Reckter von der FH. »Bisher kann man bei uns die Gutenberg-Bibel nur im Tresorraum besichtigen, da passen maximal vier Besucher auf einmal hinein«, schränkt Museumsdirektorin Dr. Annette Ludwig ein. »Dieses Angebot ist bereits sehr gefragt, doch wir können dort immer nur eine Doppelseite zeigen, die man natürlich nicht berühren darf. Ohne eine Führung kann man nicht so in dieses Buch eintauchen, wie es das ›hands-on‹- Projekt möglich macht.« An dem endgültigen Multitouch-Tisch soll Platz für bis zu 12 Personen gleichzeitig sein. »Dieses Projekt macht den Traum vieler wahr, einmal in diesem besonderen Buch blättern zu können«, freut sich Grosse, die den Tisch begeistert testete.
Auf einem großen Touch-Screen, also einem durch Berührung aktivierbaren Bildschirm, lassen sich auf dem vorläufigen Multitouch-Tisch Seiten der Bibel öffnen. Dabei standen dem Team der Mainzer Fachhochschule um Professor Holger Reckter und Professorin Dr. Isabel Naegele die 1999 von einer ein japanischen Forschungsgruppe eingescannten Seiten des Originals zur Verfügung. Auf dem Tisch können die Nutzer die Seiten mithilfe von Aktionswürfeln drehen, stark vergrößern und einzelne Abschnitte markieren. Zudem werden Erklärungen zur Buchmalerei oder Übersetzungen der lateinischen Sätze angezeigt. Der Name »B42-Bibel« rührt von dem Umstand, dass eine Spalte der Gutenberg-Bibel jeweils 42 Zeilen hat. »Die Pilotphase ist jetzt abgeschlossen. Wir hoffen nun sehr auf Drittmittel und weitere Sponsoren, damit wir das Projekt weiterführen und die Bibel in einer nächsten Stufe komplett digitalisieren können«, so Ludwig.
Allgemeine Zeitung, Rhein Main Presse, 22.07.2014 von Elisabeth Friedgen
Projektleitung: Prof. Dr. Isabel Naegele, Prof. Holger Reckter
www.gutenberg-museum.de
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»Neue Schriften. New Typefaces« bietet Einblicke in die faszinierende Welt des Type-Designs. Vorgestellt werden Positionen des zeitgenössischen Schriftentwurfs in Wort und Bild: Wichtige Protagonisten berichten über ihr Denken und Arbeiten, so dass aktuelle Entwicklungen unter den neuen technischen, ästhetischen und gesellschaftspolitischen Bedingungen nicht nur vorgestellt, sondern auch bewertet werden können.
Wurden in den Siebzigerjahren jährlich noch wenige hundert Schriften veröffentlicht, können wir heute zwischen zehntausenden Fonts wählen – Tendenz steigend. Dass sich aktuelles Type-Design dennoch keinesfalls in Beliebigkeit oder einem modischen Hype erschöpft, verdeutlicht diese Publikation: Aus dem reichen, internationalen Schriftkosmos präsentiert sie experimentelle Schriftentwürfe, die von einer spontanen Idee oder der Konzeption eines selbst gewählten Gestaltungsprojekts ausgehen; Display-Fonts mit wenigen Schnitten oder Leseschriften mit umfangreichen Schriftfamilien, die, oft über Jahre hinweg, mit leidenschaftlicher Ausdauer und einer unerschütterlichen Liebe zu den charakteristischen Details systematisch ausgebaut werden. In ihrer Gesamtheit dokumentiert die Publikation »Neue Schriften. New Typefaces« daher nicht nur die hohe Professionalität, sondern auch den ernsthaften Enthusiasmus, der Schriftgestalterinnen und -gestalter heute antreibt.
Der Katalog fußt auf Interviews und der Veranstaltungsreihe »Gespräche über Schrift« sowie der Ausstellung »Call for Type«, die in Zusammenarbeit zwischen dem Institut Designlabor Gutenberg / FH Mainz und dem Mainzer Gutenberg-Museum entstanden ist, weist aber auch darüber hinaus, indem er nicht nur eine aktuelle Bestandsaufnahme anbietet, sondern auch wichtige Trends im Type Design beschreibt.
Petra Eisele, Isabel Naegele, Annette Ludwig [Hrsg.]:
Neue Schriften. New Typefaces. Positionen und Perspektiven
248 Seiten, zahlreiche Schriftmuster, 17 x 22,5 cm, Deutsch/Englisch,
CHF 38.–, Euro (D) 29,80, Euro (A) 30.60,
ISBN 978-3-7212-0892-4
weitere Informationen und Bestellung:
Link zum Niggli Verlag
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13.11.2013
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Zur Sonderausstellung »Call for Type. New Typefaces / Neue Schriften.« im Gutenberg-Museum Mainz vom 6. Juni bis 27. Oktober 2013 ist jetzt die dazugehörige Publikation im Niggli Verlag erschienen.
Petra Eisele, Isabel Naegele, Annette Ludwig [Hrsg.]:
Neue Schriften. New Typefaces. Positionen und Perspektiven
248 Seiten, zahlreiche Schriftmuster, 17 x 22,5 cm, Deutsch/Englisch,
CHF 38.–, Euro (D) 29,80, Euro (A) 30.60,
ISBN 978-3-7212-0892-4
weitere Informationen und Bestellung:
Link zum Niggli Verlag

7.11.2013
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Die Tickets sind jetzt ausverkauft — wir freuen uns auf eine gutbesuchte Veranstaltung!
Bis dahin gibt es aktuelle Neuigkeiten hier:
www.facebook.com/translations4
www.translations-symposium.de

14.10.2013
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Am 15. Oktober startet der Ticketverkauf des Translations 4 Symposium: Design of Knowledge / Design des Wissens. Am selben Tag ist ebenfalls der Website-Release.
Die Tickets sind hier erhältlich:
http://de.amiando.com/translations04.html
weitere Informationen:
www.translations-symposium.de
Seit dem 6. Juni 2013 läuft die von Prof. Dr. Isabel Naegele und Prof. Dr. Petra Eisele / Institut Designlabor Gutenberg der FH Mainz kuratierte und in Kooperation mit Dr. Annette Ludwig, Gutenberg-Museum entstandene Ausstellung »Call for Type. New Typefaces / Neue Schriften« im Gutenberg-Museum Mainz. Die Ausstellung bietet Einblicke in die Welt des Type-Designs und beleuchtet bewusst den Entwurfsprozess und seine Entscheidungen — den Weg, den Schriften nehmen, bevor sie auf PCs oder in Druckereien zur Anwendung kommen. Ziel der Ausstellung ist es, Schriftentwürfe junger Font-Designer vorzustellen und eine aktuelle Positionsbestimmung vorzunehmen. Gezeigt werden die von einer Jury ausgewählten Schriften von 20 internationalen Type-Designern sowie 50 jurierte Fonts, wobei das Spektrum von studentischen Entwürfen bis hin zu großen Type-Foundries reicht. Statements (junger) Schriftgestalterinnen und -gestalter ergänzen die gezeigten Fonts, auch um darüber weiter nachdenken und diskutieren zu können.
Gelegenheit hierfür boten im Juni die »Talks. Gespräche über Schrift« im Rahmenprogramm der Ausstellung sowie die »Imprint Fair«, eine Messe für Schriftgestalter und Schriftverleger.
Aufgrund des großen Interesses wurde die Ausstellung nun um einen weiteren Monat bis zum 27. Oktober 2013 verlängert. Am Sonntag, den 21. Juli und 1. September 2013 jeweils um 11:30 Uhr hatten Besucher die Gelegenheit, von den Ausstellungsgestaltern Simon Störk und Lukas Wenzel durch die Ausstellung geführt zu werden. Eine Publikation zur Ausstellung und den Talks ist aktuell in Vorbereitung und erscheint im Oktober 2013.
weitere Informationen:
www.callfortype.de
www.gutenberg-musuem.de
www.designlabor-gutenberg.de
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30.9.2013
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Wir freuen uns auf hochkarätige, internationale Referenten.
weitere Informationen ab dem 15. Oktober 2013:
www.translations-symposium.de

16.9.2013
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Das Translations 4 Symposium unter dem Titel »Design of Knowledge, Design des Wissens« beschäftigt sich mit der Aufgabe von Designern komplexe Inhalte zu analysieren sowie verständlich und gleichzeitig attraktiv darzustellen. Das Wissen wächst in allen Bereichen der Gesellschaft stetig an. Anzahl und Umfang von Publikationen und Informationen werden zunehmend unüberschaubar. Und so stehen Designer immer häufiger vor der Aufgabe, mit dieser Komplexität gestalterisch umzugehen.
International tätige Buchgestalter, Typografen, Informationsdesigner und -architekten, Illustratoren, Ausstellungsgestalter, Medientheoretiker, -entwickler und Datenjournalisten werden diskutieren, wie sie auf diese Komplexität reagieren und welche Rolle dabei neue Publikationsformate spielen.
weitere Informationen:
www.translations-symposium.de